Länger aktiv im Beruf – die aufgeschobene Pensionierung
Arbeitnehmende
Viele Menschen verbringen einen grossen Teil ihres Lebens am Arbeitsplatz. Die Arbeitsbedingungen beeinflussen dabei die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und die Motivation der Arbeitnehmenden. Dies hat (wirtschaftliche) Folgen für die Unternehmen sowie langfristig auch für die berufliche Vorsorge und die Sozialversicherungen. Die Zahl gesundheitlich bedingter Leistungsfälle ist bei der Asga in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Dadurch wird deutlich, wie wichtig gesundheitsfördernde Arbeitsbedingungen sind. Die Erkenntnis: Wenn Unternehmen und Mitarbeitende gemeinsam auf gesundheitsfördernde Bedingungen achten, entsteht ein positiver Kreislauf, von dem sowohl Mitarbeitende als auch Unternehmen profitieren. Die Herausforderung: Wie lassen sich Arbeitsbedingungen so gestalten, dass Mitarbeitende und Unternehmen gleichermassen davon profitieren?
Ausgangslage und Situation
Die Arbeitswelt stellt hohe Anforderungen an Mitarbeitende – körperlich und psychisch. Anhaltende Belastungen können im schlimmsten Fall zur Arbeitsunfähigkeit führen und den Bezug von Leistungen der Invalidenversicherung (IV) erforderlich machen. Rund ein Fünftel der Bevölkerung zeigt Anzeichen mittlerer oder hoher psychischer Belastung, und bei etwa der Hälfte der IV-Rentnerinnen und Rentner ist die Invalidität auf psychische Erkrankungen zurückzuführen. Besonders auffällig ist, dass die Zahl der IV-Fälle infolge psychischer Erkrankungen vor allem bei jüngeren Personen steigt. Gleichzeitig bleiben auch Unfälle, körperliche Erkrankungen und weitere Faktoren wichtige Ursachen für gesundheitliche Risiken und Invalidität.
Wie können Unternehmen die Gesundheit der Mitarbeitenden verbessern?
Ein betriebliches Gesundheitsmanagement unterstützt Unternehmen, die Gesundheit der Mitarbeitenden systematisch und nachweislich zu verbessern.
Was ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement?
Das Eidgenössische Personalamt EPA beim Bund beschreibt betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) als die Erhaltung und Förderung der Gesundheit, Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeitenden. Im Zentrum stehen zwei Handlungsfelder: einerseits die Prävention und die Reintegration nach Krankheit oder Unfall, andererseits die Massnahmen zur Gesundheitsförderung. Vereinfacht gesagt: Das betriebliche Gesundheitsmanagement berücksichtigt sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit der Mitarbeitenden.
Welchen Nutzen bringt ein betriebliches Gesundheitsmanagement?
Am Beispiel der Bundesverwaltung zeigt sich die Wirksamkeit dieses Ansatzes: Fehlzeiten und Gesundheitskosten lassen sich reduzieren, die Motivation und Loyalität der Mitarbeitenden steigen, gleichzeitig nehmen Produktivität und Arbeitsqualität zu, und der Arbeitgeber gewinnt an positiver Reputation. Und dieselben Vorteile lassen sich auch auf andere Unternehmen übertragen.
Welches sind die vier Pfeiler des betrieblichen Gesundheitsmanagements?
Im betrieblichen Gesundheitsmanagement werden in Anlehnung an das Modell der Bundesverwaltung vier Bereiche unterschieden:
Betriebliche Gesundheitsförderung: Das Unternehmen unterstützt die Gesundheit der Mitarbeitenden und trägt dazu bei, ihre Leistungsfähigkeit dauerhaft zu erhalten. Dies kann Programme zur Stressbewältigung, Resilienzförderung, Bewegung, Ernährung und regelmässigen Vorsorgeuntersuchungen einschliessen.
Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz: Fachleute analysieren Gefahren am Arbeitsplatz und entwickeln Massnahmen, um Arbeitsunfälle und berufsbedingte Erkrankungen zu verhindern. Ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und präventive Schutzkonzepte sind zentrale Elemente.
Betriebsmedizin: Ärztliche Dienste prüfen die medizinische Eignung von Mitarbeitenden für sicherheitsrelevante Tätigkeiten und begleiten die Wiedereingliederung nach Krankheit oder Unfall.
Betriebliches Case Management: Erkrankte oder verunfallte Mitarbeitende werden gezielt unterstützt, um rasch wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren. Dies umfasst die Früherkennung, Frühintervention und die fachlich begleitete Durchführung eines Case Managements durch die Personalberatung.
Eine gesundheitsorientierte Führungskultur, flexible Arbeitszeitmodelle und offene Kommunikation sind zentrale Bausteine für ein positives Arbeitsumfeld. Und die Evaluation der Massnahmen stellt sicher, dass das Gesundheitsmanagement kontinuierlich an die Bedürfnisse der Mitarbeitenden und die Unternehmensziele angepasst wird.
Wer hilft mir ein betriebliches Gesundheitsmanagement zu integrieren?
Bei der Integration eines betrieblichen Gesundheitsmanagements unterstützen spezialisierte Beratungsunternehmen, Krankentaggeld- und Unfallversicherer sowie Verbände und Fachstellen. Sie helfen dabei, den Bedarf zu analysieren, passende Massnahmen zu entwickeln und diese im Unternehmen umzusetzen. Auch HR-Verantwortliche und externe Gesundheitsfachpersonen können wertvolle Unterstützung leisten.
Was ist zu tun, falls eine Arbeitsunfähigkeit eintritt?
Detaillierte Informationen zur Anmeldung einer Arbeitsunfähigkeit bei der Asga finden Arbeitgeber hier und Arbeitnehmende hier.
Haben Sie Fragen zum Thema Krankheit und Invalidität? Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren.
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